Christuskirche

 

Geschichte

Die Christuskirche wurde 1894 als erste Kirche in Köln gebaut, die aus eigenen "evangelischen" Mitteln finanziert werden konnte.
Damals war sie eine prächtige, saalartige Hallenkirche in spätgotischem Stil. Ihr renovierter, denkmalgeschützter Turm beschreibt noch heute diese Epoche.
Albert Schweitzer gab sein einziges Orgelkonzert im Kölner Raum in der Christuskirche, Carl Jatho war über Jahre hier engagierter Prediger.
Die Nähe zum Gleiskörper Westbahnhof war ihr Schicksal im 2. Weltkrieg: Sie wurde bis auf den Turm restlos zerstört.
 

 

 

Nach 1945 diente der Raum unter der erhaltenen Empore mit einer Mauer verschlossen als Notkirche.

1951 konnte dann nach einem Entwurf der Architekten Schulze & Hesse ein neu errichteter Kirchraum eingeweiht werden, der sich dem Kirchturm gestalterisch anfügt und 520 Menschen Platz bietet. Der ursprünglich geplante Chorraum wurde nicht ausgeführt, stattdessen blieben die Ruinen des ehemaligen Chors wie eine Mahnung stehen. Wegen Baufälligkeit mussten die Ruinen 1966 entfernt werden. 

Nicht nur die durch Kriegsereignisse traumatisierten Menschen mit ihrer Verzweiflung und ihren Hoffnungen haben in dieser Kirche Heimat gefunden. Die "Alte Dame" (wie sie u.a. von Konfirmanden liebevoll genannt wird) steht zwischen Kaiser-Wilhelm-Ring und Stadtgarten seit den 60ger Jahren etwas vernachlässigt als Zeitzeugin für die wechselvolle Geschichte von jetzt 115 Jahren.

Status quo

 

Mit den vier anderen Kirchen gehört die Christuskirche zu den fünf Kirchen, die zusammen die grosse "Evangelische Gemeinde Köln" bilden. Ihr Geläut teilt die Gemeinde allerdings in zwei Gruppen: Glühende VerehrerInnen und Belästigte.
Der Bereich des Bezirkes Christuskirche erstreckt sich von der "Inneren Kanalstrasse" über "Mediapark", "Gereonsmühlengasse" bis zur "Aachener Strasse".

Im Bezirk Christuskirche leben mit Hauptwohnsitz etwa 2.400 Evangelische, die zwischen 0 und 96 Jahre alt sind. Fast zwei Drittel von ihnen, nämlich knapp 1.500, sind zwischen 21 und 45.
Eine interessante Altersstruktur!
Etliche Singles, Alleinerziehende, Menschen in Ausbildung oder in beruflichen "Startlöchern" gehören (zumindest auf dem Papier) dazu. Bis vor einigen Jahren war das Viertel KünstlerInnen- und Galeristensiedlung.

Konzept 

Zwei Eckpfeiler bedingen die Arbeit an der Christuskirche: Zum einen die besondere bauliche Prägung der Kirche als Halle mit ihrer Schlichtheit, fast Kargheit, ihrer Grösse, ihrer Akustik, ihren Lichtverhältnissen - zum anderen die Einsicht, dass Kirche als "Raum" erfahrbar ist.
Daraus ergeben sich Schwerpunkte:
Die Öffnung der Hallenkirche für kulturelle Veranstaltungen unterschiedlicher Art: Konzerte (hier vor allem Weltmusik und Neue Musik), Ausstellungen, Performances, Installationen, Kongresse, workshops.
Daneben die Arbeit in und mit dem Kirchraum für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Frauen (unter besonderer Berücksichtigung der Frauen mit Gewalterfahrung).
So wird der Sakralraum als "Lebensraum" erfahrbar, als SchutzRaum, in dem auch die "allerletzten" Fragen zugelassen sind. Hier wird die Einsicht "versucht", dass wir uns immer wieder zwischen Dilletantismus und Versiertheit bewegen. 

Leider ist der bauliche Zustand des Kirchenschiffes bedenklich. Eine völlige Neugestaltung ist beabsichtigt.
Wir hoffen, Ihnen an dieser Stelle bald mehr zu diesen Thema Mitteilen zu können.

Die Christuskirche